Bernhard Spangl (BOKU WIEN), Dora Kertesz (FHWN) und Christian F. Freisleben-Teutscher (FHSTP) bringen bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 einen Workshop ein, bei dem die Transformation der im Hörsaal eingesetzten Methoden im Vordergrund steht, sodass diese in den nun mittels Video-Konferenz abgehaltenen Online-Lehrveranstaltungen eingesetzt werden können.

Dazu zunächst dieses Video:

Die während der Covid-19 Pandemie erfolgte Umstellung der Hochschullehre auf Online- beziehungsweise Fernlehre ab dem Sommersemester 2020 bewirkte einen Umbruch im Lehr- und Prüfungsbetrieb durch den Wegfall der Möglichkeit, Lehre und Prüfungen in physischer Anwesenheit und mit Prüfungsaufsicht vor Ort abzuhalten.

Als Beispiel soll die Einführungslehrveranstaltung „Angewandte Statistik“ dienen, die im Ausmaß von 2 ECTS für Studierende des Bachelorstudiums Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur Wien verpflichtend ist. Sie wird als integrierte Lehrveranstaltung (VU) mit immanentem Prüfungscharakter abgehalten und findet regulär laut Studienplan im 5. Semester statt. Nach Neugestaltung nach dem Modell „Inverted Classroom“ für das Wintersemester 2019/20 wurde sie im laufenden Studienjahr zum ersten Mal vollständig online abgehalten.

Das bedurfte einer Adaption der bisher verwendeten Methoden, um diese in der Online-Lehre einsetzen zu können.Ein typische Woche durchlief vier Phasen: [1] Vorbereitung im Selbststudium, [2] Just in Time Teaching (JiTT) (siehe Simkins & Maier, 2010) mittels Online-Tests oder Konzeptfragen in einem „Peer Instruction“ Setting (Mazur, 1997), [3] Vertiefung des Gelernten in der Oline-Präsenzeinheit (gemeinsames Erarbeiten von weiteren Themen oder Beispielen in Kleingruppen), [4] Feedback durch die Studierenden. Auch die Prüfungen wurden adaptiert. Da allerdings (Moodle) Online-Tests am heimischen PC bezogen auf das Prüfungsdesign automatisch als „Open Book Exams“ gelten, wurden diese im Format Two-Stage Exam abgehalten. Die Studierenden wurden hierfür durch das kollaborative Arbeiten mittels Konzeptfragen und „Peer Instruction“ nach Mazur (1997) vorbereitet.

Kollaborative Lehr- und Lernszenarien bringen viele Vorteile. Sie sorgen durch zusätzliches Feedback für eine weitere Lernerfahrungen bei den Studierenden und können nach entsprechender Adaption auch in Online- und Fernlehre eingesetzt werden.

Literatur

Mazur, E. (1997). Peer instruction: A user’s manual. Prentice Hall.

Simkins, S., & Maier, M. H. (Hrsg.). (2010). Just-in-time teaching: Across the disciplines, across the academy (1st ed). Stylus Pub.