Ariane S. Willems, Katharina Dreiling, Karina Meyer (alle Institut für Erziehungswissenschaft, Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt Schul- und Unterrichtsforschung) und Angelika Thielsch von der Abteilung Studium & Lehre, Hochschuldidaktik der Georg-August-Universität Göttingen bringen sich bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond, 11. & 12. 2. 2020 an der PH Niederösterreich ein. Dazu zunächst dieses Video:

 

Von zukünftigen Lehrkräften wird verlangt, dass sie praxis- und forschungsbezogene Kompetenzen erwerben, damit sie den eigenen Unterricht evidenzbasiert planen und weiterentwickeln können. Wie kann das Inverted Classroom-Modell genutzt werden, um diese Kompetenzen in der universitären Lehramtsausbildung stärker zu fördern? Und wie kann eine Learning Analytics-Perspektive bei der Klärung dieser Frage hilfreich sein? In unserem 45-minütigen Workshop möchten wir mit Ihnen gemeinsam zu diesen Fragen diskutieren und zwei Projekte vorstellen, in denen das Inverted Classroom-Modellumgesetzt wird, um einen ermittelten Bedarf in der Studiengangstruktur zu decken.

Konkret werden wir zwei Projekte, ihre Entstehung und Umsetzung vorstellen, die beide an der Georg-August-Universität Göttingen im Master of Education verortet sind. Neben dem Fachstudium der Unterrichtsfächer absolvieren die Lehramtsstudierenden an deutschen Hochschulen bildungswissenschaftliche Module, in denen sie sowohl forschungs- als auch praxisbezogene Kompetenzen erwerben sollen. Beides erfolgt meist implizit und soll im Rahmen der beiden Projekte stärker adressiert werden. Das erste Projekt ist FlipViU, in dem ein Seminar zum Thema videobasierte Unterrichtsanalyse als Flipped Classroom realisiert wird. Das zweite Projekt ist QuBIC, in dem Teile eines Moduls zu quantitativer Bildungsforschung als Inverted Classroom neukonzipiert werden. In beiden Projekten kommen bewährte ICM-Elemente zum Tragen, um Studierende mit unterschiedlichem Vorwissen und unterschiedlichen Einstellungen darin zu unterstützen, ihren Lernprozess individuell und selbstgesteuert beim Erwerb der avisierten Kompetenzen zu verantworten. Beide Projekte befinden sich in ihrer ersten Umsetzungsphase und werden dabei kontinuierlich über E-Assessment und -Feedback evaluiert.

Im Workshop werden wir neben einem Einblick in die beiden ICM-Projekte insbesondere darauf fokussieren, inwiefern ein durch Learning Analytics geleiteter Blick hilfreiche Impulse bietet, um die didaktische Neugestaltung der hier bearbeiten Lehrveranstaltungen voran zu treiben. Und natürlich richten wir auch einen Blick darauf, wieso ICM für uns ein Weg ist, die ermittelten Bedarfe zielgerichtet in der Neukonzeption der Lehre zu adressieren.