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#icmbeyond21 – ICM during the pandemic

25. Januar 2021 icmbeyond21

Bernhard Spangl (BOKU WIEN), Dóra Kertész (FH Technikum) und Christian F. Freisleben-Teutscher (FHSTP) brachten bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 einen Workshop ein, bei dem die Transformation der im Hörsaal eingesetzten Methoden im Vordergrund stand, sodass diese in den nun mittels Video-Konferenz abgehaltenen Online-Lehrveranstaltungen eingesetzt werden können. Hier findet sich eine Zusammenfassung von B. Spangl.

Dazu als Rückblick auch dieses vor der Konferenz entstandene Video:

Die während der Covid-19 Pandemie erfolgte Umstellung der Hochschullehre auf Online- beziehungsweise Fernlehre ab dem Sommersemester 2020 bewirkte einen Umbruch im Lehr- und Prüfungsbetrieb durch den Wegfall der Möglichkeit, Lehre und Prüfungen in physischer Anwesenheit und mit Prüfungsaufsicht vor Ort abzuhalten.

Als Beispiel soll die Einführungslehrveranstaltung „Angewandte Statistik“ dienen, die im Ausmaß von 2 ECTS für Studierende des Bachelorstudiums Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur Wien verpflichtend ist. Sie wird als integrierte Lehrveranstaltung (VU) mit immanentem Prüfungscharakter abgehalten und findet regulär laut Studienplan im 5. Semester statt. Nach Neugestaltung nach dem Modell „Inverted Classroom“ für das Wintersemester 2019/20 wurde sie im laufenden Studienjahr zum ersten Mal vollständig online abgehalten.

Das bedurfte einer Adaption der bisher verwendeten Methoden, um diese in der Online-Lehre einsetzen zu können.Ein typische Woche durchlief vier Phasen: [1] Vorbereitung im Selbststudium, [2] Just in Time Teaching (JiTT) (siehe Simkins & Maier, 2010) mittels Online-Tests oder Konzeptfragen in einem „Peer Instruction“ Setting (Mazur, 1997), [3] Vertiefung des Gelernten in der Oline-Präsenzeinheit (gemeinsames Erarbeiten von weiteren Themen oder Beispielen in Kleingruppen), [4] Feedback durch die Studierenden. Auch die Prüfungen wurden adaptiert. Da allerdings (Moodle) Online-Tests am heimischen PC bezogen auf das Prüfungsdesign automatisch als „Open Book Exams“ gelten, wurden diese im Format Two-Stage Exam abgehalten. Die Studierenden wurden hierfür durch das kollaborative Arbeiten mittels Konzeptfragen und „Peer Instruction“ nach Mazur (1997) vorbereitet.

Kollaborative Lehr- und Lernszenarien bringen viele Vorteile. Sie sorgen durch zusätzliches Feedback für eine weitere Lernerfahrungen bei den Studierenden und können nach entsprechender Adaption auch in Online- und Fernlehre eingesetzt werden.

Ergänzender Linktipp zum Two Stage Exam.

Literatur

Mazur, E. (1997). Peer instruction: A user’s manual. Prentice Hall.

Simkins, S., & Maier, M. H. (Hrsg.). (2010). Just-in-time teaching: Across the disciplines, across the academy (1st ed). Stylus Pub.

#icmbeyond21 – Entwicklung & Evaluation E-Learning-Konzepte zu forschenden Lernen

20. Januar 2021 icmbeyond21

Judith Christine Rösgen & Wolfram Kuhlmann (TH Köln) sowie Jörg Lange (TU Darmstadt) brachten bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 einen spannenden Beitrag zu einem innovativen Konzept ein, bei dem learner generated content und studentische Partizipation einen zentralen Stellenwert haben. Hier die Aufzeichnung des Inputs sowie die beim Future of ICM – PechaCucha eingesetzten Folien. Weitergehende Zusammenfassung der Session siehe hier.

Ergänzend dieses vor der Konferenz entstandene Videogespräch

Im Rahmen eines Forschungsprojektes und Promotionsvorhabens zu fußgängerinduzierten  Schwingungen am Institut für Konstruktiven Ingenieurbau der Technischen Hochschule Köln wurde  ein E-Learning-Konzept entwickelt, welches es ermöglicht, Studierende zu unterschiedlichen  Zeitpunkten ihres Studiums an einem Forschungsprojekt teilhaben zu lassen.  Im ingenieurwissenschaftlichen Teil des Forschungsprojektes sollten Studierende sich mit  baudynamischen Grundlagen, Schwingungsmesstechnik sowie Lastansätzen zu  Bodenreaktionskräften beim Gehen und Laufen beschäftigen. Im Didaktik-Teil des  Forschungsprojektes wurde die Entwicklung des E-Learning-Konzeptes beschrieben, das E-Learning Konzept entwickelt und die Funktionalität unter verschiedenen Gesichtspunkten evaluiert. Das  Konzept wurde auf der Plattform ILIAS implementiert und als Kernelement wurde ein Wiki  verwendet.  

Die teilnehmenden Studierenden sollten sich durch das Wiki selbstständig in die Fragestellung und  die Verwendung von Messtechnik einarbeiten sowie nach Abschluss ihrer jeweiligen Arbeit eine Wiki Seite zu ihren Ergebnissen veröffentlichen. In den Präsenzterminen konnten die Studierenden Fragen  stellen und wurden bei der Durchführung von Experimenten unterstützt, es wurde jedoch kein klassischer Präsenzunterricht zur Vermittlung von Inhalten verwendet.  

In der Evaluation des Konzeptes wurden Bedingungen (Motivation und Leistungsmotivation),  Verlaufsprozesse, sowie Akzeptanz und Wirkung untersucht. Die Teilnehmer mussten Fragebögen  ausfüllen und nach Teilnahme an einer Projektarbeit wurde jeweils ein Einzelinterview mit den  Studierenden durchgeführt. Da die Studierenden über das E-Learning-Konzept nicht nur Inhalte  erlernen, sondern auch selbst Inhalte präsentieren, die von nachfolgenden Studierenden für die  Bearbeitung späterer Aufgabenstellungen benötigt werden, standen neben den technischen  Voraussetzungen, die von den Studierenden zu erwarten sind, auch die Fragen, welche Programme  und (für sie) neue digitale Arbeitstechniken den Studierenden vermittelt werden sollen, und wie die  Umsetzung geklappt hat.  

Durch die Evaluation der Bedingungen und Verlaufsprozesse konnte ein guter Einblick gewonnen  werden, welche Voraussetzungen bei den Lernenden angenommen werden können und wo das E-Learning-Konzept angepasst werden musste, um für die Studierenden bestmöglich zu funktionieren.  

#icmbeyond21 – Methodenkonzept KlangWortWeg

13. Januar 2021 icmbeyond21

Hubert Gruber und Karin Tengler (PH Niederösterreich) brachten einen Beitrag zur Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 ein, bei dem es um Möglichkeiten ging, das Inverted Classroom Modell in allen Settings von Musikbildung zu übersetzen. Dazu diese Zusammenfassung von Hubert Gruber.

Auch im Nachgang anregend ist das Durcharbeiten der folgenden Dokumente:

AGMOE_MA_Spezial_2013_3

KlangWortWeg_mit ICM_GRUBER

KlangWortWeg_mit ICM_GRUBER

#icmbeyond21: MOOCs & Blended-Learning-Kurse mit myScripting designen

12. Januar 2021 icmbeyond21

Prof. Dr. Claude Müller Werder & Jennifer Erlemann (ZHAW) brachten bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 einen Workshop ein, bei dem ein Tool im Vordergrund steht, das Lehrende begleiten kann eigene E-Learningkurse bis hin zu MOOCs zu gestalten. Hier die eingesetzten Folien.

Als Rückblick auch dieses vor der Konferenz entstandene Video:

Die didaktische Konzeption und Gestaltung von Unterricht ist kein automatisierbarer  Prozess, sondern es handelt sich um einen gleichermaßen planerisch-konzeptionellen als auch operativ-gestalterischen Prozess (Reinmann, 2015). Um spezifische (Lern- )Ziele in einem bestimmten (Unterrichts-)kontext zu erreichen, treffen die Lehrenden  didaktische Entscheidungen, die zwar analytisch begründet sind, aber auch Kreativi tät erfordern. Dies kommt dem Design-Begriff, wie er in anderen Disziplinen ver wendet wird, sehr nahe (Laurillard, 2013). Die resultierenden didaktischen Designs sollen wie eine Art Drehbuch a) die Learning Outcomes und Inhalte beschreiben, b) ein Skript beinhalten, wie man die Designaspekte „Inhaltsvermittlung“, „Aktivie rung“, „Interaktion“ und „Assessment“ umsetzen will, und c) den Ablauf des Lehr Lernprozesses skizzieren. 

Gerade wenn Lehrende didaktische Designs für bisher unbekannte Unterrichtskon texte wie z.B. Blended Learning oder Online Learning entwerfen müssen, bieten De sign-Tools und -Prozesse eine entscheidende Unterstützungsleistung. Das in diesem  Beitrag vorgestellte Tool myScripting basiert auf einem solchen Design-Prozess,  welcher im Rahmen des Projekts „FLEX“ entwickelt wurde (siehe dazu Müller,  Stahl, Lübcke & Alder, 2016). Im Rahmen von sogenannten „Scripting-Workshops“  wurden Module von ganzen Studiengängen in ein Blended-Learning-Format trans formiert. Für die Dokumentation der Ergebnisse wurde eine eigene Systematik ent wickelt, welche sich an bestehenden Visualisierungssystematiken (z.B. Molina, Ju rado, de la Cruz, Redondo & Ortega, 2009) orientierte. In dieser Systematik wird das  didaktische Design der verschiedenen virtuellen und physischen synchronen und  asynchronen Lernphasen mittels unterschiedlicher Formen für Aktivitäten zur Informationsvermittlung, Aktivierung, Interaktion sowie Lernkontrolle dargestellt. Diese  analog durchgeführten Scripting-Workshops wurden in den letzten Jahren für ver schiedene Lehr-Lernformate (u.a. auch konventioneller Präsenzunterricht) und auch  für Lehr-Lernkontexte außerhalb von Hochschulen eingesetzt. Von den involvierten  Lehrenden wurde der entwickelte Design-Prozess als viabel eingeschätzt. Mit der Digitalisierung des Prozesses mit dem Tool myScripting sollte die Usability verbes sert und die adaptiven Supportmöglichkeiten erweitert werden. Die Usability verbessert sich mit myScripting gegenüber dem bisherigen analogen Prozess, weil sich die  entwickelten didaktischen Designs (siehe Abbildung 1) sowohl speichern, überarbeiten als auch kopieren lassen.

Weiter stellt das Tool adaptiv weitere Informationen zu den Lernaktivitäten oder  Templates zu zentralen didaktischen Konzepten wie Flipped Classroom, Problem based Learning oder direkte Instruktion zur Verfügung. Ebenfalls werden die Nutzer  mit der Analysefunktion beispielsweise bei der Ressourcenplanung oder dem ge wählten Set an Aktivitäten unterstützt. Zusätzlich können für das entwickelte didak tische Design ohne zusätzlichen Aufwand handlungsleitende rollenspezifische Outputs für den Lehr- resp. Lernprozess generiert werden. 

Und nicht zuletzt kann das Tool über die kollaborativen Funktionen des Teilens auch  das Erarbeiten und Durchführen von Unterricht im Team sowie die Reflexion über  didaktische Designs fördern. 

Link https://myscripting.zhaw.ch/

Literatur 

Laurillard, D. (2013). Teaching as a design science: Building pedagogical patterns for  learning and technology. New York: Routledge. 

Molina, A. I., Jurado, F., De La Cruz, I., Redondo, M. Á., & Ortega, M. (2009). Tools  to support the design, execution and visualization of instructional designs. In Y. Luo (Hrsg.): Cooperative Design, Visualization, and Engineering. S. 232–235. Berlin:  Springer.

Müller, C., Stahl, M., Lübcke, M., & Alder, M. (2016): Flexibilisierung von Studien gängen: Lernen im Zwischenraum von formellen und informellen Kontexten. Zeit schrift für Hochschulentwicklung, 11(4), S. 93–107. 

Reinmann, G. (2015). Studientext Didaktisches Design. Universität Hamburg.  https://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2018/07/Studientext_DD_Sept2015.pdf

#icmbeyond21 – Flipped E-Tutor*innen

7. Januar 2021 icmbeyond21

Iris Neiske, Universität Paderborn brachte bei der Konferenz Inverted Classroom and beyond 21 einen Beitrag ein zu einem ambitionierten Konzept zur Ausbildung bzw. zum Einsatz von E-Tutor*innen. Hier die beim DisQSpace eingesetzten Folien.

Siehe dazu auch dieses vor der Konferenz entstandene Videogespräch:

Nachdem das E-Tutor*innenprogramm mehre Jahre als festes Programm in der vorlesungsfreien Zeit als Blended Learning Konzept (mit einer OnlineWoche, einem Präsenztag, drei Onlinewochen und im Anschluß mit drei Präsenztagen) lief wurde das Programm zum Wintersemester 2020/2021 umgestellt.

Seit dieses Semester sind die Schulungsbestandteile in einzelne Module unterteilt, die zu einem großen Teil frei wählbar sind und als Inverted Classroom konzeptiniert wurden. Es gibt vorbereitende Materialen in unserem Moodle Lernmanagementsystem, kurze Videokonferenzen und zu erledigende Transferaufgaben. Durch den modularen Aufbau ist es möglich einen kleinen Abschluss zur E-SHK oder einen umfangreichen Abschluss zur E-Tutorin / zum E-Tutor zu erlangen.

Umfassende Informationen zum Programm finden sich auf dieser ansprechend gestalteten WebSite.

#icmbeyond21 – Die Kraft der Improvisation

icmbeyond21

Mag. Dr. Christian F. Freisleben-Teutscher (FH St. Pölten) gestaltete bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 einen abendlichen Workshop zu Optionen des Einsatzes von Improvisationsmethoden in am Inverted Classroom asugerichteten Lehrveranstaltungen.

Dazu auch als Rückblick dieses vor der Konferenz entstandene Video:

Der Einsatz von Improvisationsmethoden haben auch im Bildungsbereich eine lange Tradition. Gearbeitet wird u. a. mit Assoziationsmethoden mit Texten, Worten, Bildern und Körperbildern sowie mit improvisierten Kurzszenen. Lernende werden durch diese Herangehensweisen dabei unterstützt, eigene Fähigkeiten (neu) zu entdecken und Einsatzoptionen für diese zu planen und umzusetzen.

Improvisationsmethoden sind sehr vielfältig, sich lassen sich gerade auch für alle Phasen von am ICM ausgerichteten Lehrveranstaltungen leicht adaptieren und vor allem durch die Art und Weise der Gestaltung Vorgaben (sozusagen der thematische Rahmen für die verschiedenen Methoden) und des Debriefing (Reflexion nach dem Einsatz der Methoden) erfolgt ein intensiver und nachhaltig wirksamer Transfer, der dazu beiträgt dass Studierende ihre Entwicklung in Hinblick auf Lernziele sehr aktiv und selbstbestimmt mitgestalten können. Sie sind offline und online einsetzbar, mit und ohne Video.

Im Workshop wurde intensiv mit den Methoden gearbeitet und zur Frage, wie sich diese in didaktische Designs gut integrieren lassen.

Viele Improvisationsmethoden, FAQ zu deren Einsatz sowie Hintergründe zur Kompetenzorientierung in diesem Zusammenhang finden sich ausgehend von der Dissertation von Christian F. Freisleben hier

#icmbeyond21 – Digitale Lehre in Zeiten von Covid-19

icmbeyond21

Dr. Andrea Breitenbach, Philipps Universität Marburg brachte sich bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 mit einem Beitrag ein, der sich kritisch mit den Entwicklungen während der Corona-Pandemie im Hochschulbereich ergeben haben. Hier der aufgezeichnete Input beim Diskurs Forum, ihre eingesetzten Folien sowie eine umfassende Dokumentation der Session, die dankenswerter Weise Gottfried Csanyi (TU Wien) erstellt hat.

Als Rückblick auf noch das vor der Konferenz entstandene Video:

Wie in diesem Video angesprochen hatte Andrea Breitenbach dankenswerter Weise ein weitergehendes Vorbereitungsvideo erstellt. Außerdem hatte sie dazu auf pedocs publiziert.

Es nahm seinen Lauf an einem Ort vermutlich im Januar 2020 und hat seitdem die die ganze Welt erreicht- Covid-19. Die globale Pandemie breitete sich aus und verändert seitdem unser Leben. Mit der Corona-Krise hat sich auch in der Hochschulwelt vieles verändert (gewandelt). Präsenzlehre war und ist in der ursprünglichen Form mehr möglich, stattdessen werden seitdem nahezu alle Kurse im digitalen Format angeboten. Die schlagartige Umstellung stellt Hochschulen, Studierende und Lehrende vor enormem Herausforderungen. Welche Nachteile aber auch Vorteile und Chancen sich durch die digitale Lehre bieten, thematisiert dieser Beitrag. Basierende auf zentralen Annahmen des second digital divide wird untersucht, ob bestimmte Gruppen von Studierenden stärker von der Umstellung auf die digitale Lehre betroffen sind als andere. Dabei wurden Befunde internationaler und nationaler Studien herangezogen, aber auch eine eigene Erhebung an der Universität Marburg (Deutschland). Zu zwei Messzeitpunkten werden Studierende und Lehrende befragt: Im Sommer 2020 und Winter 20/21. Zusätzlich wurden im Sommersemester qualitative Interviews mit Studierenden geführt um eine tiefergehende Analyse zu ermöglichen. 

Teilergebnisse der ersten Umfrage zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen verschiedenen soziodemografischen Merkmalen und der Bewertung digitaler Lehrangebote besteht. Beispielsweise bewerten Studierenden von höher gebildeten Eltern digitale Lehrangebot öfter als guten Ersatz für die Präsenzlehre als andere Studierende. Die Studierende wünschen sich für die Zukunft mehr digitale Lehrangebote, wie das ICM. Eine Mischung von digitaler und analoger Lehre strebt die Mehrheit an. Ein kurzer Überblick beleuchtet die Probleme von Lehrenden mit der Umstellung auf die digitale Lehre. Vor allem die stark gestiegene Lehrbelastung erweist sich als problematisch. Zahlreiche Lehrende wollen trotzdem in der Post-Corona-Ära verstärkt digitale Lehrmethoden einsetzen.

Im nächsten Schritt wird basierend auf den Ergebnissen der ersten Umfrage und der qualitativen Studie die zweite Umfrage konstruiert. Die Ergebnisse beider Studien wurden in diesem Beitrag vorgestellt. Mit einer Diskussion der Chancen, die sich durch die Digitalisierung der Lehre ergeben und der Wünsche der Studierenden und Lehrenden in Bezug auf die zukünftige Lehre endet der Beitrag.”

#icmbeyond21 – carl-rogersche Mediensprache als «Zukunftsmusik»

icmbeyond21

Dr. Angelika Neudecker, Ruhr-Universität Bochum brachte einen hochaktuellen und -spannenden Beitrag zur Konferenz Inverted Classroom and Beyond 21 ein, wo sie Pinzipien der Gesprächsführung nach Carl Rogers auf Lehrveranstaltungen überträgt, die am Inverted Classroom Modell ausgercihtet sind. Hier die Aufzeichnung des Impulses. die eingesetzten Folien sowie ein Link zu einer Zusammenfassung der Session “Future of ICM”, bei der dieser Beitrag ein Teil war.

Ergänzend als Rückblick auch dieses Video:

Ergänzend hat Angelika Neudecker wie in diesem Video angesprochen dankenswerter Weise ein weitergehendes Vorbereitungsvideo erstellt.

Die Prinzipien der Gesprächsführung nach Carl Rogers* sind seit Jahrzehnten weltweit  bekannt und werden in der pädagogischen Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen  erfolgreich verwendet. 

Dieser Beitrag möchte den Versuch wagen, die Grundprinzipien der Gesprächsführung  nach Carl Rogers, namentlich «Wertschätzung», «Kongruenz» und «Empathie» in die  Mediensprache zu übertragen. Es soll erarbeitet werden, wie die Medien selbst, ihre  Gestaltung und/oder die Struktur innerhalb der Selbstlernphase eines Inverted Classrooms die genannten Grundprinzipien verkörpern und ihre Wirkung, die aus der face2face  Kommunikation hinreichend bekannt ist, an die lernende Person transportieren können. 

Als Grundannahme dient die These, dass Medien, die die Grundprinzipien verkörpern, eine höhere Akzeptanz beim Betrachter*in auslösen und die intrinsische Motivation der  lernenden Person positiv beeinflussen. 

Dabei ist vorauszusehen, dass gestalterische Ansatzpunkte in sehr unterschiedlichen  Bereichen zu finden sein werden; Meta-, Makro-, Meso- und Mikroebene rücken ins  Blickfeld. 

* Lebensdaten 1902-1987, Psychologe, Vertreter eines humanistischen Menschenbildes, bekannte Schriften:  Die nicht-direktive Beratung. München 1972. 

Von Mensch zu Mensch. Möglichkeiten, sich und anderen zu begegnen. Paderborn 1984. 

Eine Theorie der Psychotherapie. München 2009.

#icmbeyond21 – Das Konzept der Serie auf Lehrveranstaltungen anwenden

icmbeyond21

Mag. Dr. Jutta Pauschenwein & Mag. Wolfgang Kühnelt (FH Joanneum) knüpften an den Tag der Lehre 2020 an der FH  St. Pölten ein und gestalten bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 2021 einen Beitrag, bei dem es noch intensiver darum ging, wie sich Gestaltungselemente typischer Serien auf das didaktische Design von Lehrveranstaltungen an wenden lässt.

Hier einige Notizen aus dieser Session:

  • Serienkonzept umgesetzt muss nicht hunderprozentig als Ergebnise “Gelecktes” hochpoliert haben, darf auch Ecken und Kanten haben
  • Cliffhanger gestalten, dranbleiben an einer LV als Lehrende und Lernende
  • Serie braucht min 4 Episoden: z. B. Video, plus 3 Podcasts die aufeinander Bezug nehmen, roter Faden. Verträgt sich gut mit imanenten Prüfungscharakter
  • Reihe statt Serie: Ähnliche Signation, ähnlicher Aufbau, roter Faden! ZB bei Ringvorlesung.
  • Comics zu Lehrinhalten als Serie
  • Serien nach innen, leichter quick und dirty als nach “Serien” die nach außen hin gehen und scheinbar “unprofessionsell” sind
  • Frage der “Ausstattung” – was ist im “Raum” von Serien zu finden (auch Alltagsgegenständen)
  • Ergänzender Literaturhinweis

Ergänzend dieses vor der Konferenz entstandene Videointerview:

Für Teilnehmende am DisqSpace bei der Konferenz haben die beiden die folgenden Vorbereitungsfragen entwickelt ausgehend auch von dieser Folie und den unten folgenden Infos zum Konzept der Serie:

Fragestellung 1: Falls Sie selbst Serien konsumieren, reflektieren Sie bitte nach der jeweiligen Episode: Welche der genannten Serienelemente identifizieren Sie? (vgl. Folie „Vier Elemente“) Fallen Ihnen noch weitere Elemente ein oder auf? Warum mögen Sie diese Serie? Was mögen Sie weniger oder gar nicht? Wie viele Folgen haben Sie bereits gesehen? Notieren Sie Ihre Überlegungen, wo und wie immer Sie möchten und bringen Sie sie mit zu unserer Session im DisQspace.

Fragestellung 2: Diskutieren Sie das Thema Serien in Ihrem privaten und/oder beruflichen Umfeld und überlegen Sie, welche Ihrer Lehrveranstaltungen, Trainings, Workshops oder Vorträge Potenzial für eine Serie hätte.

Hören Sie den Podcast (Episode 1_1 netzwerkerweiterung: https://www.dienetzwerkerinnen.at/blog/2020/10/23/warum-wieder-eine-serie/#more-1011) und überlegen Sie, auf welchem Medium oder mit welchem Medienmix Sie Ihre Serie ausstatten würden. Bringen Sie Ihre konkreten Ideen zum DisQspace mit.

Weitere Hintergründe zum Konzept der Serie:

Fast alle schauen Serien. Nach Christian Blümelhuber, Lehrender zu strategischer Unternehmenskommunikation an der Universität der Künste Berlin, ist eine Serie die Variation des Immergleichen [1]. Verwendet man dieses Bild, ist unser (Lehr-)Alltag voller Serien. Doch wie kann ein Unterricht, der mehrmals im Semester stattfindet, zu einer Serie ausgebaut werden? Leicht umzusetzen war im Corona-Semester 2020 die Serie der #didaktischenkleinigkeiten, welche Trainer*innen, Lehrende und Studierende mit Online-Lernszenarien vertraut machte [2]. Auch erste Implementierungen von Serienelementen in Lehrveranstaltungen wurden versucht [3].

Aufbauend auf dem Feedback von KollegInnen im Rahmen von Workshops und Tagungen wird im Wintersemester 2020/21 strukturierter an den Einsatz der Serie im Unterricht herangegangen. Insbesondere eine Lehrveranstaltung im Bachelor-Studiengang Journalismus und PR ist vollständig dem Konzept der Serie unterworfen [4]. Der Einsatz der Serie im Unterricht wird kontinuierlich reflektiert, die Motivation der Studierenden wird beobachtet und die studentischen Aktivitäten sind einem Monitoring unterworfen. Erfahrungen und offene Fragen werden mit den TeilnehmerInnen der Tagung geteilt.

Im Workshop stehen der Austausch und das Entdecken von Neuem im Mittelpunkt.

 

[1] Alles Serie oder was? Die 3. Idee im Marketing: Christian Blümelhuber at TEDxKoeln

https://www.youtube.com/watch?v=WeRvDTVM7gY

[2] Zwei Staffeln mit jeweils 9 Episoden im Rahmen des Laura Bassi Projekts #dienetzwerkerinnen https://www.dienetzwerkerinnen.at/blog/category/didaktischekleinigkeiten/ 

[3] Pauschenwein Jutta, Kühnelt Wolfgang (2020). Das Format der Serie im Unterricht und im Training. In Weißenböck, Josef / Gruber, Wolfgang / Freisleben-Teutscher, Christian (Hg.): „Digital Learning in Zeiten von Corona – nachhaltiger Entwicklungsschub für die Hochschulen? Beiträge zum 9. Tag der Lehre an der FH St. Pölten am 22. Oktober 2020. St. Pölten, Lemberger Publishing, 2020. S. 141 – 152.

[4] Twitterpraxis 2020 – Episode 2. https://oer.fh-joanneum.at/zml/wp-content/uploads/2020/10/Twitterpraxis_episode2_2020.mp3

Jutta Pauschenwein: Leitung des „ZML – Innovative Lernszenarien“ der FH JOANNEUM und Lehre am Institut „Journalismus und PR“

Wolfgang Kühnelt: Senior Lecturer am Institut „Journalismus & PR“, nebenberuflich Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Pretty Commercial

#icmbeyond21 – inclass flip

icmbeyond21

Mario Liftenegger, BAfEP Liezen, brachte bei der Konferenz Inverted Classrrom And Beyond 21 einen Workshop ein zu “Der „in class flip“ – Nutzung der Vorteile von ICM in allgemeinbildenden Gegenständen ohne Heimarbeitszeit”. Hier die eingesetzten Folien.

Als Rückblick auch dieses vor der Konferen entstandene Video:

Vor allem in Berufsbildenden Höheren Schulen mit Wochenunterrichtszeiten von weit über 30 Stunden, wird es von SchülerInnen, Eltern aber auch den meisten Schulleitungen nicht gerne gesehen, wenn LehrerInnen neue Unterrichtskonzepte wie ICM ausprobieren. Denn damit steigt, durch die zusätzliche Arbeitsphase zu Hause – die es in Gegenständen wie etwa Geschichte so gut wie nie gibt –, die Arbeitsbelastung für die SchülerInnen noch mehr an, was zwangsläufig zu Ablehnung führt. Doch was, wenn man die Vorteile von ICM dennoch nutzen möchte?

Hier kommt das Konzept des „in class flip“ zur Anwendung, das von Martha Ramirez beziehungsweise Catline Tucker eigentlich geschaffen wurde, wenn die SchülerInnen nicht über die nötige technische Ausstattung oder Selbstorganisation verfügen. Es ermöglicht den Einsatz von ICM Elementen in Unterrichtsgegenständen, in denen keine Schularbeiten geschrieben werden, innerhalb der regulären Unterrichtszeit. So können auch Unterrichtsgegenstände, in denen aus welchen Gründen auch immer eine Auslagerung von Inhalten nach Hause nicht möglich oder nicht erwünscht ist, von den Vorteilen von ICM profitieren.

In diesem Workshop hatten die TeilnehmerInnen nach einer Vorbereitungsphase zu Hause, wo die wesentlichsten Grundlagen des „in class flip“ erläutert werden, selbst dieses Konzept ausprobieren. Anschließend wird das Erlebte kritisch reflektiert.

 

Literatur:

Gonzalez, Jennifer. Modifying the Flipped Classroom: The “In-Class Flip. In: Edutopia. https://www.edutopia.org/blog/flipped-classroom-in-class-version-jennifer-gonzalez (9.8.2020).

Ramirez, Martha. What’s an in-class flip? In: Martha Ramirez Blog. http://martharamirez.com.co/blog/whats-an-in-class-flip/ (9.8.2020).

Tucker Catlin, In-Class Flip: The Flipped Classroom Meets the Station Rotation Model. In: Catlin Tucker. https://catlintucker.com/2016/01/inclassflip/ (9.8.2020).

Bankhofer Alicia, Der „In-Class Flip”: Projektorientierter Englischunterricht mit Flipped Classroom. In: Buchner Josef, Schmid Stefan (Hrsg.), Flipped Classroom Austria. …und der Unterricht steht Kopf. 2018 Brunn am Gebirge. S 59-64.